IMPLANTATE

Implantate haben sich in den letzten zwanzig Jahren als fester Bestandteil der zahnmedizinischen Versorgung etabliert. Wahrend in den 60 Jahren die ersten Implantatversorgungen noch "experimentellen“ Charakter hatten und eine relativ hohe Verlustrate aufwiesen, sind die heutigen Implantatsysteme derart ausgereift und das Procedere zur Implantation nach wissenschaftlichen Erkenntnissen folgend standardisiert, dass es kaum noch Misserfolge bei der prothetischen Versorgung mit Zahnimplantaten gibt.

 

Inhalt: IMPLANTAT-ERFOLGE

 

Was fuhrte zu diesem Erfolg der Zahnimplantate?:

Die Implantat-Materialforschung:

Heutige Implantate bestehen weitgehend aus Titan und weisen eine spezielle Oberflache auf, (Plasmaschicht) welche das Einheilen und Anhaften von Knochen begunstigt.

 

Die Technik der Implantatherstellung:

Die Konstruktion, das "Design“ der Implantatkorper, seine Verbindung mit der daruber befestigten Krone, die so genannte Suprakonstruktion haben sich gerade in den letzten 20 Jahren derart verbessert, dass mittlerweile fast alle System sehr ausgereift sind und uber eine langjahrige Erfahrung zuruckblicken konnen.

 Es liegt somit an der Situation im Mund des Patienten und an der Erfahrung des Zahnarztes, was bestimmt, welches Implantatsystem dem Patienten empfohlen werden kann.

 

Die Implantat-Indikation:

Heute wei? man, dass die Indikation zur Implantatversorgung viel gro?er ist, als zu Beginn dieser noch neuen Versorgung angenommen wurde. Misserfolge bei der Implantation konnen durch eine sorgfaltige Voruntersuchung (Anamnese) und Indikationsstellung weitgehend vermieden werden. Bei einer richtigen Auswahl und Bestimmung zur Implantatversorgung kann die Prognose fur die nachsten 5 Jahre bei uber 95 % und fur die nachsten 10 Jahre bei uber 92 % liegen.

 

Bei folgenden Situationen ist Vorsicht angeraten, weil sie die Prognose fur die lange Erhaltung eines Zahnimplantates beeintrachtigen konnen:


Raucher 

1) An Nummer eins ist hier das Rauchen zu nennen. Raucher haben bei allen Untersuchungen die schlechteste Implantaterfolgsrate!

 

Zuckerkrankheit 

2) Diabetes kann, muss aber nicht die Erfolgsrate einer Implantatversorgung beeintrachtigen. Ist der Patient mit seiner Insulingabe gut eingestellt und in gutem Allgemeinzustand, so spricht in der Regel nichts gegen Zahnimplantate.

 

Herzerkrankungen

3) Herzinfarkt, herzinfarktgefahrdete Patienten Herzklappenersatz-Patienten und Patienten die Blutverdunnungsmittel (Marcumar) sollten auf jeden Fall vor der Implantat-Versorgung mit ihrem Hausarzt und Zahnarzt daruber sprechen, ob aufgrund der primaren Erkrankung eine Implantation unbedenklich ist, oder die Risiken (einer bakteriellen Infektion) zu gro? sind.

 

Immunsystem 

4) Ebenso sollte beim Vorliegen von Immunerkrankungen oder nach Immunsuppressiver Therapie (Tumornachbehandlung mit Chemotherapie oder Strahlenbehandlung) unbedingt mit dem Hausarzt und Zahnarzt uber die Risiken und Vorteile einer Zahn-Implantation gesprochen werden.

 

Zahnfleischentzundungen 

5) Beim Vorliegen einer akuten Parodontitis ist es nicht erlaubt (kontraindiziert) ein Implantat zu setzen. In ein entzundliches Gewebe oder in einer Umgebung von entzundlichem Gewebe sollte niemals ein Implantat inseriert werden. Jedoch kann beim Bestehen einer abgeheilten Parodontitis, einer chronischen Parodontose mit dem Zahnarztes uber die Indikation eines Implantates gesprochen werden.

 

Knochenschwund 

6) Selbst beim chronischen oder akuten aber zuruckliegenden Verlust gro?erer Kieferknochenanteile ist heutzutage eine Zahnimplantation mogliche.

Durch Einbringen von bovinem (Kuhknochen) Knochenersatzmaterial, autologem (eigenem) Knochen oder durch "Zuchtung“ von eigenem Knochen kann das Implantatbett die erforderliche Stabilitat erhalten.

Ganz besonders geschickt ist hierbei die Knochenneugewinnung (=Osseogenese) mit Hilfe titanverstarkter Schutzmembranen (z. B. Gore-Tec®-Membranen) oder auch, wie auf dieser Internetseite unter "Backenzahn“ dargestellt, durch bestimmte kieferorthopadische Zahnbewegungen, welche die Osseogenes induzieren. Dieser sich selbst bildende eigene Knochen ist dann die biologisch hochwertigste und eleganteste Methode das Implantatbett aufzubereiten.

 

Das Implantat-Konzept:

Neben den oben beschriebenen Parametern, die entscheidend fur das Gelingen einer Implantation sind, spielt das Behandlungskonzept des Zahnarztes eine ebenso gro?e Rolle. Daraus resultiert dann das Procedere, wie im Einzelfall vorzugehen ist und auch wie die vom Implantat zu tragenden Prothetik (=Suprakonstruktion) gestaltet wird. Viele Kollegen verfugen uber eine gro?e Erfahrung oder haben sich auf die Versorgung mit Zahnimplantaten spezialisiert. Diese durfen dann die Zusatzbezeichnung mit Kammerzertifikat fur Implantologie fuhren. Auch viele Oralchirurgen und Kieferchirurgen fuhren den ersten Schritt, das einsetzen des Primarimplantate aus. So kann dann der Zahnarzt darauf die Suprakonstruktion verankern.

 

Welche Vorteile kann die Implantatversorgung haben?:

Implantate spielen in der Zahnheilkunde eine immer gro?ere Rolle und sie sind vom Alltag einer fortschrittlichen Zahnarztpraxis nicht mehr wegzudenken. Warum ist das so, und welche Vorteile hat solch ein "Nagel“ oder solch eine "Schraube“ im Kiefer? Die Vorteile sind vielfaltig. Anstehend sollen nur einige wichtige aufgefuhrt werden:

 

Zahnlucken

1) Hat der Patient eine Zahnlucke, so mussen die benachbarten Zahne beschliffen werden, um diese Lucke mit einer Brucke zu schlie?en. Sind die Nachbarzahne noch sehr gut intakt, so ware es schade, hier viel Zahnschmelz und auch Zahnbein zu opfern um die Brucke, welche wie Zipfelmutzchen uber die praparierten Zahnstumpfe gestulpt und festzementiert werden, eingliedern zu konnen.

Ein solitares Zahnimplantat fullt die Lucke aus, kann Kaudruck aushalten, verhindert, dass die benachbarten Zahne in die Lucke kippen oder dass der Zahn im entgegen liegenden Kiefer in die Lucke wachst (=elongiert).

 

Frontzahn 

2) Im parodontal geschadigten Gebiss oder bei einzelnem Frontzahnverlu?t oder auch im Kiefer mit sparlicher Restbezahnung aber noch reichlich vorhandenem Kieferknochen kann das Implantat das verschwinden des restlichen Knochens (Knochenruckbildung = Osteolyse) aufhalten. Ein Implantat halt den umgebenden Knochen am Platz und verhindert oder verzogert die voranschreitenden Osteolyse.

 

Naturliche Zahne 

3) Bei fehlen eines einzelnen Fronzahnes mussten die benachbarten Zahne beschliffen werden um eine Brucke zu konstruieren. Die uberkronten Zahne sind haufig viel dicker als die vorherigen eigenen Zahne um der erforderlichen Wandstarke des zahntechnische Werkstuckes zu genugen. Auch sehen diese Zahne selten den vorherigen naturlichen Zahnen ahnlich. Ein Implantat erspart wiederum das Beschleifen der Nachbarzahne und ermoglicht ein naturlicheres Erscheinen der rekonstruierten Front.

 

Zahnfleisch "Rot-Wei? Asthetik“

4) Bei einer Zahnarztlichen Versorgung mit einer Brucke ist immer mit schwierigen Verhaltnissen zum Zahnfleischrand hin zu rechnen. Gerade im Frontzahnbereich des Oberkiefers ist hier mit erheblichen asthetischen und funktionellen Beeintrachtigungen zu rechnen. Es sieht eben nicht schon aus, dass dort, wo eine Zahnwurzel den Platz ausfullte eine Delle im Zahnfleisch zu sehne ist. Oder es bilden sich beim Sprechen kleine Speichelblaschen im Zahnzwischenraum und Essensreste verfangen sich standig unter der Zahnbrucke. Das alles kann mit einem Implantat umgangen werden. Das Implantat stabilisiert den Knochen, gibt der Funktion seinen naturlichen Raum und es unterstutz das Zahnfleisch. Bei ganz geschicktem Vorgehen konnen die Zahnarzte sogar die Zahnfleischpapillen wieder herstellen. Der Spezialist spricht dann von einer gelungenen "Rot-Wei?- Asthetik“ . Dennoch ist gerade im Frontzahnbereich bei Kindern und Jugendlichen au?erste Vorsicht geboten. Da der Kiefer bis zum vierten Lebensjahrzehnt wachsen kann, entstehen bei zu fruher Implantation mitunter unlosbare asthetische und schwierige funktionelle Probleme. Die gute Eigenschaft, dass ein Implantat den Knochenruckgang verhindert oder verzogert (also eine Veranderung aufhalt), ist gleichzeitig auch die schlechte Eigenschaft des Implantates: Wahrend der jugendliche Kieferknochen noch wachst, wird in der Region um das Implantat das Wachstum aufgehalten. Das Implantat verschwindet somit in seiner wachsenden Umgebung und die Implantatkrone musste immer langer gemacht werden, um dies auszugleichen.

 

Feste Prothese 

5) Gerade im restbezahnten Gebiss kann ein Implantat den noch fehlenden Pfeiler darstellen um eine festsitzenden Prothetik zu ermoglichen.

 

Prothesen-Haftung 

6) Sind gar keine Zahne mehr vorhanden und die Prothese schlappert herum, so wird sich jeder Patient freuen, wenn er wieder das Gefuhl und die Sicherheit haben kann, wie auf eigenen Zahnen kauen zu konnen. Ist noch genugend eigener Kieferkammknochen vorhanden oder kann dieser mittels ausgefeilschter geschickter Techniken wieder hergestellt werden (z.B. mittles "Sinus-Lifting“), so konnen auch einem zahnlosen Patienten Implantate gesetzt werden. Im besten Fall dienen diese dann einer fest eingesetzten Prothese als Halt.

 

Die hier aufgefuhrten Beispiele sollen Mut zum Implantat machen und zeigen, dass gerade in der Zusammenarbeit zwischen den Arzten (hier Hausarzt, Kieferorthopade, Zahnarzt oder Implantologe) eine besser zahnarztliche Versorgung moglich ist.

Ja manchmal ist gerade die kieferorthopadische Vorbehandlung erst die Vorraussetzung, damit eine sinnvolle Implantatplanung und Behandlung erfolgen kann.
 

Implantate,externe Links:

Weitere KFO Links:

http://de.wikipedia.org/wiki/Implantat

http://www.implantat-wissen.de/

http://www.dgi-ev.de

Implantologen

http://www.zahnspange.kieferorthopaedie.de

http://www.polzar.com

Invisalign

Kieferorthopaeden

Allgemeine Infos zu Implantaten

Sehr gute Infos zu Zahnimplantaten

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